Herbst Markos – Mein Abenteuer auf dem Blumenfeld

Sei wie ein Raumfahrer

Manchmal gibt es im Leben Momente, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Von einer Sekunde auf die andere verändert ein Ereignis alles. Die eigene Welt gerät ins Wanken und man weiß plötzlich nicht mehr, wie es weitergehen soll. Gedanken kreisen, Gefühle brechen über einen herein und die Dunkelheit scheint größer zu werden als das eigene Licht.

In solchen Augenblicken denke ich oft an einen Raumfahrer im All.

Dort draußen ist nichts außer Stille. Unendliche Weite. Dunkelheit. Der Raumfahrer schwebt allein in seinem Anzug und vielleicht spürt auch er Angst oder Unsicherheit. Vielleicht gibt es einen Moment, in dem er sich klein fühlt zwischen all den Sternen.

Aber eines ist wichtig. Er ist nicht wirklich allein.

Über Funk ist immer eine Stimme da. Jemand, der zuhört. Jemand, der ruhig bleibt, wenn die Gedanken laut werden. Eine Stimme, die Orientierung gibt, Hoffnung schenkt und den Weg zurück ins Licht kennt.

Und genauso ist es auch im Leben.

Wenn alles zu viel wird, gibt es oft Menschen, die wie diese Stimme im Funk sind. Familie. Freunde. Oder manchmal einfach ein Mensch, der im richtigen Moment da ist. Ein Mensch, der zuhört, Trost spendet und einem zeigt, dass man nicht alleine durch die Dunkelheit muss.

Vielleicht können sie nicht jedes Problem lösen. Aber sie können einem die Kraft geben, weiterzumachen. Manchmal reicht schon eine ehrliche Stimme, damit man wieder festen Halt spürt.

Deshalb sei wie ein Raumfahrer.

Auch wenn um dich herum gerade Dunkelheit ist, vergiss nie, dass irgendwo eine Stimme da ist, die dich zurück ins Licht begleiten kann.

Vor kurzem war ich mal wieder unterwegs. Ich hatte Lust auf ein kleines Herbstabenteuer und landete schließlich auf einem dieser Blumen Selbstpflück Felder. Du weißt schon, diese bunten Oasen am Straßenrand, wo man zwischen Sonnenblumen und Strohballen kurz vergisst, dass man eigentlich nur schnell zum Supermarkt wollte. Meins lag direkt am Kreisverkehr bei Esterholz. Nicht gerade der Ort, an dem man epische Naturfotos erwartet, aber genau das machte es spannend.

Natürlich hatte ich meine Sony A7 IV dabei. Und weil ich es wissen wollte, habe ich das 90mm Makroobjektiv draufgeschraubt. Mein Plan war einfach. Den Herbst mal anders einfangen. Keine kitschigen Blätterregen Bilder. Kein Spaziergang mit dampfendem Kaffee in der Hand. Sondern ganz nah dran. Da wo die kleinen Details wohnen.

Zwischen verblühten Blüten und goldenen Halmen habe ich mich gefühlt wie ein Mini Forscher auf Entdeckungstour. Jeder Tautropfen sah plötzlich aus wie ein kleiner Planet. Ein paar neugierige Bienen fanden mich wohl etwas seltsam, aber wir kamen klar miteinander. Ich glaube wirklich, dass dabei ein paar richtig schöne Aufnahmen entstanden sind.

Der Herbst zeigt sich eben nicht nur in bunten Wäldern. Manchmal liegt seine ganze Magie mitten am Kreisverkehr.