Helgoland drei Tage Regen und trotzdem ein Lächeln im Gesicht

Sei wie ein Raumfahrer

Manchmal gibt es im Leben Momente, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Von einer Sekunde auf die andere verändert ein Ereignis alles. Die eigene Welt gerät ins Wanken und man weiß plötzlich nicht mehr, wie es weitergehen soll. Gedanken kreisen, Gefühle brechen über einen herein und die Dunkelheit scheint größer zu werden als das eigene Licht.

In solchen Augenblicken denke ich oft an einen Raumfahrer im All.

Dort draußen ist nichts außer Stille. Unendliche Weite. Dunkelheit. Der Raumfahrer schwebt allein in seinem Anzug und vielleicht spürt auch er Angst oder Unsicherheit. Vielleicht gibt es einen Moment, in dem er sich klein fühlt zwischen all den Sternen.

Aber eines ist wichtig. Er ist nicht wirklich allein.

Über Funk ist immer eine Stimme da. Jemand, der zuhört. Jemand, der ruhig bleibt, wenn die Gedanken laut werden. Eine Stimme, die Orientierung gibt, Hoffnung schenkt und den Weg zurück ins Licht kennt.

Und genauso ist es auch im Leben.

Wenn alles zu viel wird, gibt es oft Menschen, die wie diese Stimme im Funk sind. Familie. Freunde. Oder manchmal einfach ein Mensch, der im richtigen Moment da ist. Ein Mensch, der zuhört, Trost spendet und einem zeigt, dass man nicht alleine durch die Dunkelheit muss.

Vielleicht können sie nicht jedes Problem lösen. Aber sie können einem die Kraft geben, weiterzumachen. Manchmal reicht schon eine ehrliche Stimme, damit man wieder festen Halt spürt.

Deshalb sei wie ein Raumfahrer.

Auch wenn um dich herum gerade Dunkelheit ist, vergiss nie, dass irgendwo eine Stimme da ist, die dich zurück ins Licht begleiten kann.

Drei Tage Fotosafari auf Helgoland liegen hinter mir und ich sage mal so Helgoland hat mich geprüft. Regen. Noch mehr Regen. Und dann ganz kurz kein Regen und genau in diesen Momenten durfte ich tatsächlich ein paar schöne Fotos schiessen. Da gönnt man sich drei Tage Abenteuer und bekommt gratis eine Regenjacken Langzeittestung dazu.

Jetzt sitze ich daheim vor meinem Rechner und sichere erstmal alles. Und das dauert. Ich bin mit exakt 4763 Fotos zurückgekommen. Klingt erstmal beeindruckend, aber jeder der Wildlife fotografiert kennt es. Von hundert Fotos ist vielleicht ein gutes dabei. Viele Aufnahmen haben einfach den falschen Moment erwischt. Da liegt die Kegelrobbe nicht ganz richtig oder sie macht die Augen zu und schon ist das Bild uninteressant und wandert später in den digitalen Papierkorb.

Wenn die Rechnung stimmt stehen mir also rund 48 gute Fotos zu. Ich bin gespannt ob die Theorie hält oder ob Helgoland mir am Ende noch eine Überraschung serviert. Mal sehen was am Schluss übrig bleibt.