Austernfischer – haematopus ostralegus

Der Austernfischer ist ein Küstenvogel, der am liebsten in unmittelbarer Ufernähe brütet. Wohl kein Vogel ist ganzjährig an der Küste bei Tag und Nacht so allgegenwärtig wie der Austernfischer. Seine lauten Rufe und die auffallende Trillerbalz sind fast immer zu hören. Brutreviere mit „Seeblick“ sind heiß umkämpft, denn hier können die Jungvögel am leichtesten ihr Futter finden. Allerdings kommt der Austernfischer in den Steppen Rußlands und neuerdings auch auf Wiesen und geschotterten Flachdächern Europas mitunter weit entfernt vom Wasser vor. Dank seiner Anpassungsfähigkeit kann der Vogel sich im Binnenland auf Regenwürmer und Insekten als Nahrung umstellen. Austernfischer sind sehr beharrliche Vögel, die einen Brutplatz und das zugehörige Revier im Watt lebenslang behalten und verteidigen. Das kann allerdings bedeuten, dass ein Vogel erst über 10 Jahre in Junggesellentrupps abwarten und dann unter Einsatz seines Lebens kämpfen muss, um einen der begehrten Brutplätze am Wasser zu erstreiten. Wer früher brüten will, muss dies weiter landeinwärts tun und das gesamte Jungenfutter „einfliegen“.

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